Da schlägt man morgens die örtliche Tageszeitung auf und liest einen Bericht bei dem sich mir im ersten Moment die Haare sträuben. Nach dem zweiten oder dritten Mal Lesen merkt man allerdings, dass es sich bei dem Artikel nicht unbedingt um eine vollständig recherchierte "Geschichte" handelt, sondern eher um die Verwendung eines aktuellen Anlasses, um alt bekannte Probleme neu ins Licht zurücken (gemeint ist hier das "leidige Thema" Leitstellenfusion der Feuerwehren Wuppertal und Solingen).
Nach dem der Autor von zwei aktuellen Fällen berichtet in dem es dem Anschein nach zu eklatanten Fehlern und Fehlverhalten kam, wird im Anschluss an den Artikel dazu aufgefordert, seine Erfahrungen mit dem Rettungsdienst in einem Forum zu erläutern, wohl mit dem Hintergedanken noch mehr "Missstände" und Fehler an das Tageslicht zu fördern. Doch wie man dem Forum entnehmen kann, ging der Schuss eher nach hinten los. Der Autor und die Tageszeitung handelten sich ordentlich Kritik ein, welche meiner Meinung nach gerechtfertigt ist.
Auch der Kommentar des Autors ist alles andere als sachlich, wird hier doch von "der Spitze des Eisberges", dem vorliegen von "ST-Informationen und von "lückenloser Aufklärung und Aufarbeitung der beiden aktuellen Fälle"gesprochen.
Wie gut diese Informationen für diesen Artikel recherchiert wurden, zeigt sich in einem zwei Tage später erschienenen Artikel. Die Spitze des Eisberges ist eher eine Eisscholle, welche vor sich hin dümpelt. Im neu erschienenen Artikel wird auf den Tonbandmitschnitt der Leitstelle verwiesen, aus welchem zu entnehmen ist, dass der Gesprächsverlauf zum Teil ein ganz anderer war, als noch im ersten Artikel beschrieben.
Vielleicht wäre es angebracht, mit der "lückenlosen Aufklärung und Aufarbeitung" bei dem ersten Artikel und dessen Inhalt zu beginnen. Es sollte zumindest einmal darüber nachgedacht werden, ob das ST solch eine Berichterstattung wirklich nötig hat, oder ob es nicht vielleicht besser ist, erst (zu Ende) zu denken um dann einen qualitativ hochwertigen und korrekten Artikel schreiben zu können.
Durch solche Artikel wird nicht nur der Bürger verunsichert, vielmehr wirft er auch ein schlechtes Licht auf Feuerwehr und Rettungsdienst was nicht gerade den Aufbau von Vertrauen in einer Notsituation fördert.
Mit solchen Artikeln und den damit zusammenhängenden unvollständigen Recherchen begibt sich das ST auf ein Niveau, welches nah bei dem der BILD angesiedelt ist.